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Grenzen von „aktiv Zuhören“ im Management

Januar 25, 2010

Ein sehr bekanntes Konzept der Kommunikation ist „aktiv Zuhören“ (*). Hier  liegt der Fokus der Aufmerksamkeit beim Gesprächspartner. Die Anwendung des „aktiven Zuhören“ gelingt den meisten Menschen sehr gut, bis eigene Interessen durch das Gespräch „tief“ betroffen sind. Dann braucht es schon ein gutes Training, um mit solchen Situationen angemessen und konstruktiv umgehen zu können.

Bei schweren Problemen und Konflikten fällt das einfache und ruhige Zuhören schon sehr schwer. Wir sind meist recht schnell dabei, schon Antworten und Widerlegungen auf der Zunge zu haben, bevor unser Gesprächspartner ausgesprochen hat. Die Auswirkungen dieses Kommunikationsverhaltens sorgt oft für „italienische Momente“. Wir sind in Deutschland und besonders im Management von der Mentalität her keine Italiener.  Bei uns wirken Probleme und Konflikte meist länger nach. Wir suchen oft in den Motiven und Verhalten der „Anderen“  die wahren Ursachen der Probleme. Allerdings tun das die „Anderen“ auch.

„Dialog als Kunst gemeinsam zu denken“ von William Isaacs zeigt einen anderen möglichen Weg. Die Kunst, bevor man reagiert, erst mal bei sich zu forschen, was in der Kommunikation bei einem selbst intern für Verkettungen und Verknüpfungen aktiviert werden. Dann die Überprüfung, ob dies in der aktuellen Situation und Kontext konstruktiven Sinn macht. Bei fortgeschrittenen Menschen und Teams kann das dann offen ausgesprochen werden. Damit tut sich die Möglichkeit auf, tatsächliches Verständnis zu erzielen und im Team gemeinsam „neue“ Gedanken und Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln. Gemeinsam sind wir dann schlauer und klüger und produzieren bessere Ergebnisse.

Das Buch liefert viele ermutigende Beispiele auch aus dem Top Management, die diese Kunst mit einem Moderator gelernt haben. Das ist sicher kein leichter Lernprozess.

Einfach tief einatmen und die Reaktion in der Schwebe halten, das hat mir schon sehr gute Dienste geleistet. Nicht immer, aber immer öfter.

Machen Sie doch ein persönliches Experiment nur für sich und spüren Sie ganz genau nach, welche Auswirkungen das auf Sie und das weitere Gespräch im Management Team hat. Vergessen Sie jedoch nicht zu Handeln.

(*)Die klassische Kommunikationspsychologie lehrt uns bei der Kommunikation „Sender“ und „Empfänger“ der Botschaft zu trennen sowie, dass der „Empfänger“ der „Botschaft“ autonom darüber bestimmt, was angekommen ist und wie die „Botschaft“ verwertet wird. In dem Sinne führt das Feedback des Empfängers die Kommunikation. Zusammenfassungen des Gesprächs liefern dann Chancen zur Abstimmung über den Grad des gleichen Verständnisses.

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  1. Januar 27, 2010 12:57 pm

    Lieber Christoph, seit langem profitiere ich und unsere gemeinsamen Geschäftspartner von deinen Erfahrungen und deinem Einfühlungsvermögen als BusinessCoach. Das befolgen deiner typgerecht „verdaubaren“ Ratschläge haben mich vor Schaden bewahrt und waren konkrete Hilfe zur Nutzenstiftung in Privat- und Berufsleben.

    „Aktives Zuhören“ ist dabei eine große Hilfe. Hörte sich zunächst banal an, aber entpuppte sich als ein sehr wirkungsvolles Verfahren zur Geataltung einer wertschätzenden und gewaltfreien Kommunikation mit Mitmenschen und Mitarbeitern.

    In aufrichtiger Anerkennung

    Herbert Haberl
    (für Nachfragen erreichbar unter 0700-Erledigt)

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