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Management & Ethik und WikiLeaks plant Enthüllung über US-Großbank

November 30, 2010
Aktuell berichtet nicht nur der Spiegel darüber: (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,731903,00.html) „Die Offenlegung des Materials eröffne „wahre und repräsentative Einsichten, wie sich Banken auf der Management-Ebene verhalten“, sagte Assange. „Man kann es das Ökosystem der Korruption nennen. … Die Dokumente enthüllten „ungeheuerliche Übertretungen“ und „unethische Praktiken“. Gegenstand des Materials seien aber auch „die unterstützenden Entscheidungsstrukturen und die interne Ethik des Managements“.

Nun es wird sich dann zeigen, was daran ist. Unabhängig davon führen wir schon lange Zeit eine Ethik und auch Werte Debatte. Eine Seite von mir denkt sich bei dem Thema: Wären Manager mehr dem Wohl der Kunden und der Erfüllung ihrer Unternehmensmission (*) verpflichtet, bräuchte das gar kein Thema sein.
Das sagte auch Peter F. Drucker (http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Drucker) an ähnlicher Stelle zu Verbraucherschutzorganisationen. Die Tatsache, dass es sie gibt, weisst seiner Meinung nach auf schwere Mängel im Management von Organisationen hin, die von Verbraucherschutzorganisationen kritisiert werden. Diese Manager hätten nicht verstanden, dass der Zweck einer modernen Organisationen es ist, einen bestimmten Dienst und Nutzen für die Gesellschaft zu erbringen. Die Organisation ist also Teil der Gesellschaft. Gesunde Organisationen brauchen eine gesunde Gesellschaft und umgekehrt. Organisationen erzielen ihre Wirkung in der Aussenwelt. Manager und Mitarbeiter sind verantwortlich für die Ergebnisse. 

Peter F. Drucker geht den Gedanken konsequent weiter, indem er fordert, dass ein Fachmann und das sollte ein Manager sein: „nicht wissentlich schadet“. Das ist aus meiner Sicht eine professionelle Ethik, der sich jeder verpflichtet fühlen sollte.
Leider wird Peter F. Drucker aus meiner Sicht meist nur oberflächlich in der Sache „Die richtigen Dinge muss man machen.“ zitiert ohne diesen Satz tatsächlich zu Ende zu denken. Peter F. Drucker stellt in seinen Werken „einfache“ Fragen, die es zu durchdringen gilt. Er fordert mit seinen einfachen Fragen Dialog in der Organisation, Denken in Auswirkungen (systemisches Denken) und natürlich Selbstverantwortung.
Die Ethik „Nicht wissentlich zu schaden“ in Organisationen (natürlich auch in der Beratung) zu leben, ist sicher nicht immer leicht. Die Möglichkeit einer Schädigung ist sicher auch nicht immer gleich in allen Aus- und Nebenwirkungen abzusehen.

Stellen Sie sich vor:
Ich als Berater bin knapp an Aufträgen, habe den Betrieb aufrechtzuerhalten, den Lebensunterhalt meiner Familie zu sichern, etc. Dann habe ich die Chance auf einen lukrativen Auftrag. Der Kunde vertraut mir. Es sind 20 Tage vereinbart und nach 5 Tagen erkenne ich, dass ich maximal noch 3 Tage brauche und dann der Kunde gestärkt seine Themen und Umsetzung wird selbst bearbeiten können. Im Moment, wenn es gut läuft, ist es sehr leicht zu sagen: „Klar, werde ich den Kunden meinen Eindruck schildern und den Auftrag kürzen.“
  • Was bedeutet es für Sie persönlich in Ihrer Arbeit, „nicht wissentlich zu schaden“?
  • Wie gehen Sie damit um, wenn Sie Verletzungen dieser Ethik in Ihrer Organisation bemerken? Mit welchen Auswirkungen?

In Organisationen kommt zu der offiziellen Ethik und den Werten des Unternehmens, die gelebte Organisationskultur dazu. Diese bestimmt das Handeln der Organisation und lässt sich direkt nicht beeinflussen. Siehe dazu auch „Wie würden Sie Ihr Unternehmen beschreiben, wenn es ein Schiff wäre?“. Jedoch lässt die Organisationskultur sich indirekt auch im Hinblick der gelebten Werte und Ethik verändern. Das ist dann ein Change-Prozess, der vom oberen Management gewollt werden muss.

(*) Die Unternehmensmission sollte den Kunden, seinen Nutzen und auch seine Werte im Fokus haben.
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