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Hirnforschung an Management – Konstruktive Ideen für Pragmatiker

Februar 24, 2012

Die Ziele für Fach- und Führungskräfte in Unternehmen kommen meist von oben. Der Gestaltungs- und Gesprächsraum, nicht nur über Ziele, wird meist als sehr eng wahrgenommen. Auf der anderen Seite werden Fluktuation, Krankenstand und wenig Engagement beklagt. Dazu kommt sicher auch die aktuelle Diskussion um das Thema Burnout. Markus Väth vertritt die These, dass die Strukturen in den Unternehmen häufig die Ursache davon sind. Sein Buch mit dem Titel: „Feierabend hab ich, wenn ich tot bin: Warum wir im Burnout versinken“ ist sehr lesenswert. Es geht dabei um die erlebte Überforderung in Organisationen und dass sich die Strukturen ändern müssen, um mehr Gesundheit und damit auch mehr Produktivität hervorzubringen.

Hier kommen pragmatische Überlegungen für konstruktive Praktiker um bessere und gesündere Unternehmen zu gestalten:

Auch nach den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung braucht der Mensch, natürlich nicht nur in Organisationen, die Möglichkeit zu gestalten (Stichwort Dopamin) und das Gefühl der Zugehörigkeit (Stichwort Serotonin).

Eine entsprechende Organisations- und Führungskultur kann das liefern. Das lässt sich gemeinsam erarbeiten und muss allerdings immer wieder neu erarbeitet werden. Das ist dann auch ausgezeichnet für den Dopamin- und Serotoninspiegel.

Ein optimaler Dopaminspiegel sorgt für einen aktiven, wachen, verantwortungsbewussten und lernbereiten Geist. Wenn der Mensch gestalten kann, führt dies zu einem selbstverstärkenden Kreislauf, der sich auch positiv auf die Gesundheit auswirkt. Gibt es wenig Raum zum Gestalten, führt das eher zu einem „Dienst nach Vorschrift“ und das Gehirn sucht sich ganz automatisch andere Möglichkeiten zu gestalten.

Ein optimaler Serotoninspiegel sorgt für Ausgeglichenheit und innere Ruhe. Ein Mangel begünstigt Depressionen und steht auch im Zusammenhang mit dem Thema „Burnout“. Das Erlebnis dazu zugehören und sich mit seiner Organisation zu identifizieren ist nach den Forschungsergebnissen ebenfalls gesundheitsfördernd.

Unser Gehirn ist ein Lernorgan und zwar bis ins hohe Alter. Im Alter sollten wir jedoch anders lernen als in jungen Jahren. Lernen sollte da mehr an den bisherigen Erfahrungen anknüpfen. Es konnte in der Hirnforschung aufgezeigt werden, dass junge Menschen schneller lernen, jedoch ältere Menschen die besseren Ergebnisse liefern, wenn es sich um Erfahrungswissen handelt. Nobelpreisträger in Physik sind jung und Friedensnobelpreisträger sind deutlich älter. Das Wissen wie Management, Vertrieb, Projekte, Zusammenarbeit etc. gelingen kann ist Erfahrungswissen. Das spricht sehr dafür in Teams mit jungen und älteren Menschen zu arbeiten.

Ein konstruktiver Dialog in Organisationen fördert sowohl das Thema Zugehörigkeit und Vertrauen. Wenn gleichzeitig dieses Vertrauen genutzt wird, um Fach- und Führungskräfte verantwortungsbewusst Raum zum Gestalten zu geben, dann führt das zu einem schwer zu imitierenden Wettbewerbsvorteil, wie auch die beiden Autoren Margit Osterloh und Antoinette Weibel im Buch „Investition Vertrauen“ eindrucksvoll aufzeigen.

Der Managerbrief, der auf Peter F. Drucker zurückgeht, ist eine sehr effektive Möglichkeit sowohl die Zugehörigkeit als auch die Gestaltung zu adressieren. Die Zugehörigkeit durch einen Dialog auf Augenhöhe. Die Gestaltung durch selbstdefinierte Ziele. Wenn wir unsere Ziele mit jemanden besprechen, der unsere Ideen verstehen will und der diese ergänzen kann, dann kann daraus ein passendes persönliches Ziel für die Organisation werden. Diese mögen wir in der Regel gerne erreichen, denn sie kommen ja auch von uns.

Darüber hinaus, so meine Erfahrung und Prognose, werden sich wertvolle Impulse und Entwicklungschancen auch für die Organisation ergeben. Der Managerbrief beantwortet auf maximal zwei Seiten folgende und wesentliche Fragestellungen:

  • Was sind aus meiner Sicht meine Ziele für das nächste halbe Jahr?
  • Was sind meiner Auffassung nach die Ziele meines Chefs?
  • Was sind Kriterien nach denen meine Leistung bewertet werden kann?
  • Was sind die Dinge, die ich tun muss, um meine Ziele zu erreichen?
  • Welche Unterstützung brauche ich für die erfolgreiche Arbeit an meinen Zielen?
  • Was behindert mich in der Organisation an meiner Arbeit?
  • Was sind meine konkreten Schritte um mein Ziel zu erreichen?

Das Management hat natürlich die Möglichkeit ein „Veto“ einzulegen. Wichtig an dem Brief ist der Dialog über die Ideen und Ansätze. Das bedeutet für beide Seiten eine intensive Vorbereitung. Stimmt das Management dem Brief zu, so ist der Managerbrief die geltende Zielvereinbarung.

Sie mögen vielleicht denken, dass ist viel Aufwand? Was wäre, wenn Sie es ausprobieren täten? Was könnte entstehen? 

Unser Gehirn ist ein „Gebrauchsgegenstand“. Je nach dem, wie es genutzt wird, zeigt es auch seine Gebrauchsspuren.

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