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Arbeiten Sie nur logisch? Selbstmanagement der 80er?

Juli 10, 2012

Wie gelingt es uns im Alltag, unsere wichtigen Ziele zu verfolgen? Manche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Zeitmanagement Seminare an. Das kann nützlich sein.

Es kann aber auch mit der Kompetenz sich selbst zu motivieren, d.h. wie komme ich vom „Wollen“ zum „Tun“, zu tun haben. Oder mit der Fragestellung, wie komme ich nach Rückschlägen wieder zurück in die Spur.

Arbeit unter Erfolgsdruck, Stress, Dynamik und Ungewissheit prägen das Leben von Managern und auch von Fachkräften immer mehr. Henry Mintzberg dazu: Der Manager ist kein systematischer Planer. Stattdessen und das bestätigen meine und vielleicht auch Ihre eigenen Erfahrungen ist es eher so: „Wie Untersuchungen immer wieder ergeben, arbeitet der Manager (a) in einem gnadenlosen Tempo, sind seine Tätigkeiten (b) in der Regel durch Kürze, Vielfalt, Fragmentierung und Diskontinuität gekennzeichnet und geht er (c) streng handlungsorientiert vor.“

Wie viele Menschen erlebt haben, reicht es nicht aus, einfach positiv an seine Ziele zu denken. Es braucht auch Fähigkeiten und Kompetenzen, die eigenen Absichten mit gefühlten positiven Affekten umzusetzen und nicht aus den Augen zu verlieren. Dazu soll der Manager von heute auch Chancen sehen und wahrnehmen.

Alle diese Anforderungen übersteigen deutlich die Kapazität unserer „logisch und bewusst“ arbeiteten Teile des Gehirns. Das kann nur linear eins nach dem anderen abarbeiten. Wir brauchen mehr die persönliche Kompetenz auch unsere „unbewussten“ Kraftquellen einzusetzen. Das ist keine Esoterik sondern Stand der Wissenschaft 2012.

Ein Beispiel dazu aus dem Buch „Die Kunst der Selbstmotivierung“ von Jens-Uwe Martens und Julius Kuhl. Es wurden Teilnehmer einer Studie die linke und rechte Hemisphäre des Gehirns blockiert. Die linke Seite steht mehr für unser bewusstes und logisches Denken. Die rechte Seite steht mehr für unser Selbst mit der gesammelten Lebenserfahrung. Die Aufgabe war es logische Schlussfolgerungen zu ziehen:

1.)  Das Nordlicht ist in Afrika zu sehen.
2.)  Uganda liegt in Afrika.
3.)  Ist das Nordlicht in Uganda zu sehen?

Es konnte gezeigt werden, dass wenn die rechte Seite blockiert ist, ein „Ja“ geantwortet wurde. Die Analytik überprüfte nicht, ob die Prämissen stimmen. Sie folgerte. Ist die linke Hemisphäre blockiert, erkannten viele Versuchspersonen sofort, dass die Prämisse falsch war und lehnten die Schlussfolgerungen ab.

Wir sollten mehr darauf aus sein, die linke und rechte Seite in einer guten Balance für unsere Zwecke zu nutzen. Statt einseitig nur „logisch“ unterwegs zu sein. Damit nutzen wir unser Potential nicht.

Wenn Sie z.B. die Absicht haben eine herausfordernde Aufgabe anzugehen, Sie aber gleichzeitig auch die Schwierigkeiten sehen, die damit verbunden sind, so kann es sein, dass Sie lieber erst mal E-Mail’s lesen und an anderer Stelle die Welt retten.

Prof. Julius Kuhl, der Vater der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI) Theorie, hat dazu ein „Kurztraining“ entwickelt:

Wie lässt sich die persönliche Gestaltungskompetenz steigern?

1. Suchen Sie sich ein „schwieriges“ Anliegen oder Ziel aus.
2. Malen Sie sich aus, wie schön es wäre, es ausgeführt zu haben.
3. Nennen Sie die Herausforderungen, Probleme und unangenehmen Dinge, die zu tun sind.
4. Wiederholen Sie Schritte 2 und 3 ein paar Mal.

Nach den Forschungsergebnissen bringt diese Methode eine Effizienzsteigerung um bis zu 60%. Schritte 2 oder 3 allein oder in umgekehrter Reihenfolge helfen nicht.

Das PSI Modell liefert aus meiner Sicht sehr gute Ansätze sich selbst besser zu verstehen und zu „steuern“. „Steuern“ steht in Anführungszeichen, da wir dies nicht direktiv machen können.

In dem geschilderten Fall, blockiert das Intentionsgedächtnis, was immer dann aktiv wird, wenn wir mit unseren normalen Mitteln nicht weiterkommen, die intuitive Verhaltenssteuerung. Doch wenn wir dann mit unserer bewussten Analytik einen Plan gemacht haben, so sollten wir wieder in die Handlung kommen. Damit die intuitive Verhaltenssteuerung, die direkt nicht angesteuert werden kann, anspringt, braucht sie einen positiven Affekt.

Grundsätzlich, so der Kenntnisstand der modernen Hirnforschung, ist das „bewusste“ Denken eher für den Notfall konzipiert. Das Gehirn ist auf Automatismen aus. Diese Prozesse laufen dann eher unbewusst ab.

Unsere unbewusste Welt und das Zusammenspiel unserer bewussten und unbewussten Systeme kann mehr für unsere Zwecke und Wohlbefinden genutzt werden. Dieses praktische Wissen, z.B. über die PSI Theorie und auch über das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) bringen sicher viel mehr Nutzen, als reine Zeitmanagement Seminare.

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